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Favoriten und
Warnungen
Wer auf mein
unerschütterliches Urteil Wert legt, sollte sich diese Liste zu Herzen
nehmen. Nicht, dass nachher das große Gejammer anhebt, wenn ihr die
Favoriten verpasst oder die Warnungen trotzdem geguckt habt. Ausführliche
Kritiken finden sich per Link in den Rubriken.
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Unsägliche Scheiße
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Und
natürlich: Der Berlinale-Trailer
Das war wie im vorigen Jahr der schlechteste Film der Berlinale. Mit Paukenschlägen fängt es an, dann
kommen die Fanfaren, daraufhin betritt der römische Kaiser den Circus Maximus und
lässt die Löwen rein. Alles gruselt sich. Beim chinesischen Willkommensgruß ist der Ton bei
einem praddelnden "Pfröööt!" angekommen und lässt wimmernd eine
Verwüstungsschneise im Ohr zurück.
Bitte nehmt dem Komponisten endlich seine Bontempi-Orgel weg! Fixiert seine Hände
großzügig mit Klebeband und widmet euch bei der Gelegenheit auch noch dem
Gewohnheitsverbrecher, der für das Layout der Plakate zuständig ist. Schluchz, ich halt
das nicht mehr aus... |
Und sonst ?
Die große Flatter im Filmpalast
Für die einen ist es Poesie, für die anderen ist es Taubenscheiße.
Wo immer dieses
Vieh reingekommen war, es sorgte für eine allgemeine Verunsicherung, besonders bei den
Leuten, die direkt unter den Vorsprüngen saßen. Deren Wettquoten sanken von Minute zu
Minute; ich weiß nicht, wen es zum Schluss erwischt hat. Immerhin sahen sich die
Veranstalter genötigt per Mikrophon mitzuteilen, man hätte heute Abend noch einen
kleinen Überraschungsgast, solle sich aber nicht fürchten.
Die Taube tat auf unschuldig und peilte doch verstohlen nach abstehenden Mantelkrägen
oder aufnahmebereiten Kaffeebechern. Während der Vorstellung hielt sie still, entweder
aus cineastischer Bewunderung oder weil's einfach dunkel war.
Wenn die ganze
Publikumsschar demnächst zum Potsdamer Platz abwandert, holt sie bestimmt ihre Kumpels
und dann gucken sie sich gemeinsam "Die Vögel" an. Leider ist mein Bussard
gerade krank.
Wer bleibt?
Ich seh ja durchaus ein, dass ich nicht mehr reindarf, wenn ich zu spät die Treppe
hochstolpere. Aber dass die ersten zum selben Zeitpunkt bereits wieder gehen, wo gerademal
der Vorspann durchgelaufen sein dürfte, ist ein echtes Mysterium.
War's das schlechte Essen oder zuviel Bier, das einen nicht auf dem Stuhl hält? Löst der
Film verstärkte Verdauungstätigkeit aus? Wird einem echten Profi schon nach zwei Minuten
klar, ob der Film was taugt? Gehen diese Leute automatisch in jeden Raum, der dunkel wird,
egal was da läuft, und flüchten dann enttäuscht ins Freie, weil weder Robert de Niro
noch Dolly Buster mitspielen? Ganze Völkerwanderungen finden während der Vorstellungen
statt. Finden heimliche Treffen statt, konspirative Klüngel? Lichtscheues Gesindel trifft
geheime Absprachen, handelt mit Drogen, Frauen, alten NVA-Beständen?
Den Abspann sehen sich nur noch verstockte Berufssitzer an, die in der Mitte hocken und
nicht raus können oder denen Beine und Kopf eingeschlafen sind. Einige verblendete Idealisten murmeln davon,
dass sie den Abspann bräuchten, um selber
noch etwas zu entspannen oder dass der Film nun mal erst mit dem Abspann zu Ende wäre und
man ja auch allen Beteiligten gerecht werden müsse. Das sind dann die Leute, die, wenn
das Licht endlich angeht, feststellen, dass jemand ihre Jacke hat mitgehen lassen und ihre
Tüte mit gesunder Filmnahrung (Möhre, Apfel, Banane, Keks) zu einer kompakten Masse
zusammengetrampelt wurde. Wer sich in die Fiktion flüchtet, ist selbst dran schuld.
Hunger! Durst! Klo!
Klar, es gibt diese schicken Kolumnen mit den heißen
Tipps, wohin man nach und vor der
Vorstellung zu gehen hat. Überfüllte Läden mit gestresster Bedienung und Preisen für
Ölscheichs. Und das alles nur, damit ich wieder irgendwo meinen Hintern platzieren
kann,
der mir doch von den fünf täglichen Vorstellungen sowieso schon abfällt. Die Idee eines
gepflegten Winterpicknicks im Tiergarten baue ich noch mal aus.
Die Chance, was Trinkbares zu ergattern, nähert sich beim Delphi nach achtzehn Uhr rapide
der Null, da bei dem Gedränge eh niemand mehr den Arm bewegen, geschweige denn ein Glas
zum Mund führen kann. Vorbeugend sollte man sich also mit genügend schlabbersicheren
Schnabeltassen ausstatten.
Aber dann! Das größte und fieseste aller Probleme: Die Entsorgung. Soviele
Fünfzig-Pfennig-Stücke kann ich garnicht sammeln, wie sie mir abnehmen wollen.
Vielleicht sollte man auch hier zur Schnabeltasse...?
Oder ließe sich das Problem mit einem doch auch geradezu kulturrevolutionären
Fastengucken (statt Fastenwandern) beheben? Auch so, um mal ein Zeichen zu setzen gegen
die Informations-Überfütterung, aus Solidarität für verhungernde Pointen und dürre
Drehbücher? Ich will's gar nicht wissen.
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