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Home >> Kino: Coen-Brothers > Bücher

COEN-Bücher

Mittlerweile hat sich einiges auf dem Büchermarkt getan. Ob Drehbücher oder erklärende Literatur mit mehr oder weniger Sinngehalt, jedenfalls muss man sich nun nicht mehr mit zusammengeklaubten Kritiken aus der "Bäckerblume" rumschlagen.
  

Drehbücher

"Blood Simple"
St.Martin’s Press, New York. 1988.
Vorwort von den Coens über ihre "Shooting ratio".

"Raising Arizona"
St.Martin’s Press, New York. 1988.
Statt Vorwort gibt es eine Art Interview ("A Colloquium") zwischen Joel und Ethan einerseits und den Mitwirkenden an "Evil Dead II" Sam Raimi, Robert Tapert und Bruce Campell, deren Film zur selben Zeit startete. Wahrscheinlicher ist, dass sie gerade bei ein paar guten Burgern zusammensaßen und überlegten, mit was sie die Welt jetzt wieder verarschen könnten – zum Beispiel mit einem fingierten Interview.

"Blood Simple" und "Raising Arizona" gibt es mittlerweile in einer Neuauflage von faber and faber, dem Verlag, in dem alle anderen Drehbücher auch veröffentlicht sind. Beiden Verlagen ist gemein, dass sie eine Papierart verwenden, die schneller nachgilbt als man lesen kann. Da darf man sich dann schon mal über die recht üppigen Preise wundern.
  

  

"Barton Fink / Miller’s Crossing"
gibt’s als Doppelpack bei faber and faber. London, Boston. 1991.
Als echten Leckerbissen beinhaltet es ein Vorwort von Roderick Jaynes, seines Zeichens Cutter bei den Coens – so die Legende. In der Zwischenzeit dürfte jeder wissen, daß es die Coens selbst sind (dabei war der Mann sogar für einen Oscar für "Fargo" vorgeschlagen – bruhaha!).
Seltsamerweise sind die Titel wider die Chronologie in der falschen Reihenfolge, was daran liegen könnte, dass mit dem Cannes-Erfolg von "Barton Fink" auf eine größere Wiedererkennbarkeit gezielt wurde; denn wer kannte damals schon "Miller’s Crossing", seufz?

"Hudsucker Proxy"
faber and faber. London, Boston. 1994.
Die Einleitung gibt ein Interview wieder, dass Produzent Joel Silver und ein gewisser Dennis Jacobson, Prof in Iowa, 1993 für Cine Quarterly führten. Dabei erweist sich Joel Silver als tapferes Sprachrohr Coen’scher Komik, wenn er auf deren Besetzungswünsche zu sprechen kommt: Echter Klassiker.

"Fargo"
faber and faber. London, Boston. 1996. 
Als Vorwort erzählt Ethan Coen eine kleine Geschichte der russischen (?) Großmutter der Brüder. Den Film im Hinterkopf fügt er noch folgenden Hinweis hinzu: "The stories that are not credible will occasionally, however, turn out to be true, and stories that are credible will conversely turn out to be false." Und weiter: "(The story) aims to be both homey and exotic, and pretends to be true." Deshalb gibt es immer noch Leute, die behaupten, die Coen-Brüder würden in "Fargo" eine wahre Geschichte erzählen – denn wer glaubt schon den Coens.

"Big Lebowski"
faber and faber. 
Auch das gibt's zu kaufen, aber weil es Drehbücher auch im Internet zum Runterladen gibt und man nicht alles kaufen muss, was einem so angeboten wird, hab ich keine Informationen über zusätzliche Interviews oder Anhänge im Druckwerk.

  

Über die Coens

Jahrelang durfte man sich auf der Suche nach Coen-Materialien durch Zeitungsartikel, Interviews, Minirezensionen und irgendwann auch durch Internetinfos wühlen (die ersten Drehbücher habe ich auch erst entdeckt, als ich schon mit meiner Magisterarbeit fertig war). Dann kamen 1998 in Deutschland plötzlich sogar zwei Bücher gleichzeitig auf den Markt (bis "Fargo" waren alle noch am Schlafen).
  

Peter Körte / Georg Seeßlen (Hg.): "Joel & Ethan Coen", Bertz, Berlin. 1998.
Beschäftigt sich dankenswerterweise auch mit dem Fast-Erstling "Crimewave", bei dem sie das Drehbuch schrieben und Sam Raimi Regie führte (bloß nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Film von Michael Mann!).

Im Februar 2001 gab es eine Neuauflage, worin dann auch  "O, Brother Where Art Thou?" berücksichtigt wurde.

Peter Körte / Georg Seesslen: Joel & Ethan Coen

  

Annette Kilzer / Stefan Rogall: "Das filmische Universum von Joel und Ethan Coen", Schüren, Marburg.1998.
Autorin und Autor sind ganz aufgeregt, bei dem was sie da zu erzählen haben und werden deshalb manchmal zu plapperhaft (kenn’ ich doch selbst, ähem...). Dieses Buch will etwas populärwissenschaftlicher sein als das erste und vor allem Fans ansprechen. Dazu hätte es weniger Fußnoten bedurft.

Annette Kilzer/Stefan Rogall: Das filmische Universum von Joel und Ethan Coen
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Tricia Cooke (edited by) / William Preston Robertson (Text by):
"Big Lebowski – The Making of a Coen Brothers Film", W.W. Norton & Company. New York, London. 1998.

Von Leuten geschrieben, die mittendrin stehen und nicht nur über "Big L." was zu erzählen haben, sondern generell aufschlussreiche Einblicke in den Produktionsbereich der Coen-Filme geben.
Hat als bisher einziges Buch bunte Fotos (ganz hinten, ganz klein...)

Tricia Cooke / William Preston Robertson: The Big Lebowski

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Mittwoch, 31. März 2004