Die Brüder Joel und Ethan Coen wurden 1954 bzw. 1957 geboren. Beide studierten, Joel Filmwissenschaft und Ethan Philosophie. Joel Coen arbeitete 1983 als Assistant Editor bei Sam Raimis "Evil Dead" mit.
Auch später arbeitete Raimi noch mit den Coens zusammen; so spielt er eine Kleinstrolle in "Miller's Crossing" und arbeitete als Co-Drehbuchautor an "Hudsucker Proxy" mit, wo er auch den Second-Unit-Stab leitete. Die bemerkenswertesten Spuren hat Raimi bei der Coenschen Kameraarbeit hinterlassen, worauf später noch eingegangen wird.
Grundsätzlich werden in den Credits Joel Coen als Regisseur und Ethan als Produzent genannt "(...) and we share the writing credit, but actually what we do is a lot more fluid than the credits suggest."1 Zusammen erstellen sie ebenfalls das jeweilige Storyboard, "das aber nicht Maß aller Dinge ist."2
Die Coens werden von einem relativ festen Stab an MitarbeiterInnen unterstützt, so daß bereits beim zweiten Film ("Raising Arizona") die Kritik des Fischer Film Almanachs davon sprach, ein "eingespieltes Team"3 habe den Film hergestellt. Beispielsweise zeichnet sich für die Kamera in "Blood Simple", "Raising Arizona" und "Miller's Crossing" Barry Sonnenfeld verantwortlich, Roger Deakins in "Barton Fink" und "Hudsucker Proxy". Die Musik wurde in allen Filmen von Carter Burwell gestaltet4. Diese Team-Arbeit setzt sich bis in die Besetzungslisten fort, wo gerade in Nebenrollen mit zunehmenden Maße einige aus ihren vorigen Filmen bekannte Gesichter auftauchen. Die Filme erreichen dadurch eine eigentümliche Geschlossenheit und Selbstreflexion, wie später noch an anderen Punkten verdeutlicht werden wird.
Der Stab ist - abgesehen von der Großproduktion "Hudsucker Proxy" - relativ klein, doch macht gerade dies eine engere und vertraute Zusammenarbeit möglich. So kann hier eine Art Autorenkino im arbeitsteiligen Produktionsprozeß präsentiert werden
Die ersten vier Filme wurden unter der Leitung von "Circle Films" und Jim Pedas/Ben Barenholtz produziert. Der Verleih liegt größtenteils bei der Mayor Company "Twentieth Century Fox". Nur der bisher letzte Film "Hudsucker Proxy" lief unter dem Verleih der Warner Brothers.
"Die Fox sorgt eben nur für den Vertrieb und die Publicity. Aber wir haben absolute Entscheidungsfreiheit, was unsere Filme angeht, das gilt für Drehbuch, Besetzung, Schnitt - eben für die ganze kreative Apparatur des Filmemachens. Und wir haben uns niemandem vertraglich untergeordnet. Wir arbeiten weiterhin wie seit "Blood Simple"-Zeiten mit der Produktionsfirma Circle Films zusammen. Mit denen kommen wir bestens klar (...)."5 Noch immer rechtfertigt sich so der Ruf der Coens als der "Außenseiter" Hollywoods. Sie haben sich unabhängige Strukturen im Industriebetrieb bewahrt. Trotzdem zählen sie sich selbst nicht zur amerikanischen Independent-Szene, aus der beispielsweise Jim Jarmusch oder Spike Lee hervorgingen.
Sie gestalten mit verhältnismäßig kleinen Budgets ihre Filme. Laut Pauline Kael soll "Blood Simple" rund anderthalb Millionen Dollar6 gekostet haben. Die Produktionskosten von "Hudsucker Proxy" wurden mit 40 Millionen angegeben ("einem Film, der aussieht, als habe er dreimal so viel gekostet"7), was die Coens aber bestritten und angaben, sie wären mit nur 25 Millionen ausgekommen.8