7. Schlußbemerkung
Die Stärken von Joel und Ethan Coen liegen im Auffinden absurder Vorgänge, die sie
mittels Ironie und Groteske ins Wiedererkennbare verzerren. In den Komödien schmeißen
sie sich in die Hektik der Ereignisse und lassen dabei ihren SchauspielerInnen freien Lauf
bis hin zur Übertreibung. Doch ihre Parodien von Klischees und Konventionen kommen
besonders in der Kontrastierung mit eigentlich ernsthaften Themen zur Geltung. Die
Kombination von Schock und Komik, die Konfrontation der Extreme läßt den doppelten Boden
der Handlung spüren. Die Verunsicherung begreifen die Coens als diabolisches Spiel, bei
dem wohl vor allem der eigene Spaß ausschlaggebend ist. Auf der großen Leinwand
entfaltet sich die Sogwirkung ihrer Filme am besten, da hier noch die kleinsten Details
ihrer Inszenierungen preisgegeben werden.
Über das Ende ihrer Filme hinaus bleiben Deutungsmöglichkeiten offen, die Raum für
vielerlei Gedankenspiele geben, wie diese Arbeit hoffentlich vermitteln konnte. Ihre
zukünftigen Filme werden weisen, ob sich ihr ironischer Stil festigen wird, worüber ich
allerdings keine Einschätzung abgeben will.
"Also, kurz gesagt, wir wissen beide genausoviel oder -wenig über das
Filmemachen wie über das Leben..."
Verwendete Literatur und Quellen
- Kenneth Anger: Hollywood Babylon. München. 1985.
- Thomas Assheuer: Der Terror des Vergessens. In: Frankfurter Rundschau, Frankfurt.
10.Dez. 1994, S.ZB3
- Wolf Donner: "Blood Simple", In: Tip-Magazin Filmjahrbuch Nr. 2. Frankfurt.
1986.
- Wolf Donner: Lauter letzte Filme. In: Tip-Magazin Filmjahrbuch Nr. 7., Frankfurt. 1991.
- Heike-Melba Fendel: Die Herausforderung suchen. Interview mit Joel und Ethan Coen. In:
epd Film 7/94. Frankfurt. 1994.
- Syd Field: Das Handbuch zum Drehbuch. Frankfurt. 1991.
- Fischer Film Almanach. Frankfurt. jeweils 1986, 1988, 1991.
- Robert Fischer: Cannes 91. In: epd Film 7/91. Frankfurt. 1991.
- Heinz-Peter Heim: Die Figur des Gangsters im klassischen Gangsterfilm. Marburg. 1983.
(Magisterarbeit)
- Knut Hickethier: Film- und Fernsehanalyse. Stuttgart. 1993.
- Marc Horowitz: Coen Brothers A-Z. In: Film Comment 9/10. 1991.
- Roland Huschke: Interview mit Joel und Ethan Coen. In: Tip-Magazin Filmjahrbuch Nr. 7,
Frankfurt. 1991
- Richard T. Jameson: What's in the Box? In: Film Comment 9/10. 1991.
- Pauline Kael: Hooked. Film Writings 1985-1988. London, New York, 1990.
- Pauline Kael: State of the Art. New York. 1985.
- Hellmuth Karasek: Temperatur einer Echse. In: Der Spiegel, Heft 23/94. Hamburg. 1994
- Peter Körte: "Barton Fink". In: epd. Film 10/91. Frankfurt. 1991.
- Olaf Krämer: "Raising Arizona", In: Tip-Magazin Filmjahrbuch Nr. 3.
Frankfurt. 1987.
- Burghart Schmidt: Postmoderne - Strategien des Vergessens. Darmstadt und Neuwied. 1986.
- Ralf Schnell (Hg.): Gewalt im Film. Bielefeld. 1987.
- Frank Schnelle: "Miller's Crossing". In: epd Film 2/91, S.31. Frankfurt. 1991.
- Conny Voester: "Blood Simple". In: epd Film 10/1985. S.27. Frankfurt. 1985.
- Conny Voester: "Arizona Junior". In: epd Film 7/87. S.35. Frankfurt. 1987.
John Walker (Hg.): Halliwell's Film Guide, 10th Edition. London. 1994.