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Home >> Kino: Filme > 21 Gramm

21 Gramm

Es gibt auf dieser Welt Filme, die in einem das Gefühl eines schlechtverdauten Traumes hinterlassen. Die Handlung ist nicht mehr ganz nachvollziehbar, aber irgendwie fühlt man sich nicht gut. So muffelt man eine Woche lang rum und hegt ein tiefes Unzufriedenheitsgefühl gegen seine Mitmenschen - Misanthropenkino.

Dieses Gefühl hat vor ein paar Jahren "Amores Perros" hinterlassen und jetzt geschieht dasselbe mit "21 Gramm". Der Regisseur ist übrigens der selbe und seine Weltsicht ist noch immer nicht freudiger geworden. Wieder werden Geschichten verschiedener Personen miteinander verwoben, in Vor- und Rückblenden, jeweils mit eigener Farbdramaturgie versehen. Bis man auch nur ansatzweise durchblickt, ist der Film auch schon wieder aus. Das Drama, das sich hier zusammenpuzzelt, hält den Zuschauer auf Distanz, auch wenn alles, was sich an Blut, Schweiß und Tränen auftreiben lässt, tatsächlich fließt. Da stellt sich keinerlei Mitgefühl ein, dabei waren wir doch mal ausgezogen, um Sean Penn und Benicio Del Toro bedingungslos zu lieben und mit Naomi Watts zu leiden. Aber das wird uns auf ganzer Linie verwehrt.

21 GrammFür diese konsequente Aversion gegen Mitgefühl gebührt dem Regisseur eine Menge Respekt, gerade wenn er seine Protagonisten in kruden Heils- und Rettungsdogmen reden lässt, die sich mir in keinster Weise erschließen. Wenn dann noch die Erklärung für den kryptischen Filmtitel in jeder Programmankündigung vorweggenommen, und damit jede Eigeninterpretation im Keim erstickt bzw. jede Überraschung getilgt wird, hört bei mir die Sympathie auf.

Manchmal kann ich selbst gute Filme einfach nicht leiden. Vielleicht muss ich einfach ein zweites Mal reingehen...

4 Punkte - Kritik von Judith Göbel

Regie: Alejandro Gonzales Inarritu
Buch: Guillermo Arriaga
Besetzung: Sean Penn, Benicio Del Toro, Naomi Watts, Charlotte Gainsbourg
Länge: 125 min.
Webseite: http://www.21-gramm.film.de/

Vom selben Regisseur: Amores Perros

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Montag, 18. April 2005