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Antz
Eine ganz normale "Junge erobert Mädchen und ändert bestehende
Gesellschaftsform"-Geschichte. Das sagt am Ende dieses Films der tapfere Ameisenheld
und faßt damit die selbstironische und filmreflexive Stimmung der Handlung zusammen. Ohne
das wäre es tatsächlich nur eine kindgerechte Beziehungsgeschichte, in der zwei sich
finden und gegen alle Widerstände behaupten.
Aber zum einen tritt ein reichhaltiges
Panoptikum an Filmcharakteren auf, die durch ihre (Synchron-)Stimmen auch immer etwas von
den bekannten Schauspielern verkörpern, Archetypen der Filmgeschichte.
Zum anderen lassen einen die gewalttätigen Szenen erstaunt feststellen, daß Kinderland nicht mehr aus eitel
Sonnenschein besteht. Die Gewalt hat ihren festen Platz, kein verniedlichender
Bambi-Effekt. Die Figuren sind erwachsen geworden, sie sind tatsächlich Erwachsene, mit
zwiespältigen Gefühlen und zerrüttenden Psychen, und deshalb umso komischer, weil man
sich nicht über tradierte Kulleraugen-Figürchen zu ärgern braucht. So kann man sich die
Geschichte in kindgerechte Happen unterteilen oder sie mit ironischer Distanz betrachten.
Da haben beide Seiten was von – und Disney mag getrost zu Hause bleiben.
4 Punkte - Kritik von Judith Göbel
Regie: Eric Darnell, Tim Johnson;
Länge: 82 min.
Siehe dazu auch "Das
große Krabbeln"
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