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Home >> Kino: Filme > Aus der Tiefe des Raumes

Aus der Tiefe des Raumes

Des Deutschen liebstes Thema ist ja - außer "Denen da oben, die machen was sie wollen" - der Fußball. Und weil das mit der Demokratie doch noch nicht so richtig verankert ist, heißt es "König" Fußball. Bei solch einem royalistischen Thema wird es schnell feierlich, hebt der Ernst der Stunde die Kinnpartie und schwillt die Brust. Denn wenn der Typ von hinten dann doch geschossen und getroffen hat, darf man’s Wunder nennen und wieder wer sein. Wo sonst geht das so einfach, ohne dass man selber ’s Hirn groß anstrengen müsste.

Da ist es schön, wenn sich ein Film auf anderem Wege einer Ikone des Ballsports nähert. Wenn er nämlich behauptet, diese Person hätte sich einst aus einem Tipp-Kick-Männchen entwickelt, bekommt er schon mal seinen ersten wohlwollenden Bonuspunkt wg. einleuchtender Wahrheitsverkündung. Vor allem darf man sich natürlich fragen, wann diese Entwicklung dann doch zu stocken begonnen hat...

Leider reicht das Wohlwollen nur für einen Teil des Filmes, weil der Witz schon längst beim Publikum angekommen ist, während die Macher die Pointe weiterhin breittreten, damit sie sich über die gesamte Filmlänge erstrecken kann. Da wird’s gegen Ende doch arg dünn. Zwar werden wir mit einer prachtvollen 60er-Jahre- Ausstattung entzückt und durch überagierende Archetypen irritiert, aber es versacken doch einige,Aus der Tiefe des Raumes eigentlich angenehm zurückhaltende Einfälle durch falsches Timing. Wenn ich bei dieser Gelegenheit mal wieder darauf hinweisen dürfte, bei lichter Witzdichte nicht die besten Sachen schon im Vorhinein zu verbraten, weshalb die Macher schleunigst den Trailer umschneiden sollten. Außerdem vergisst der Kamera-Assi des öfteren die Schärfe nachzuziehen, was sich auf der großen Leinwand ebenfalls unschön bemerkbar macht.

Trotz allem ein sympatisch-niedliches Filmchen, das spätestens 2006 im Fernseh laufen müsste - als Appetizer für Den-mit-der-Frisur und Dem-sein-Kumpel.

3 Punkte - Kritik von Judith Göbel

Regie: Gil Mehmert
Besetzung:  Arndt Schwering-Sohnrey, Eckhard Preuß, Mira Bartuschek, Sandra Leonhard, Christoph Maria Herbst, Karl Korte, Meike Schlüter
BRD, 88 Min.
Kinostart: 16. Dezember 2004

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Mittwoch, 15. Dezember 2004