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Billy
Elliot
Man kann über Maggie
Thatcher sagen was man will, aber wir haben es wohl hauptsächlich ihr zu
verdanken, dass es mittlerweile das "Zeche-macht-zu-und-was-dann"-Genre
gibt.
Während in den Achtzigern
ein sozialkritisches (d.h. regierungskritisches) New British Cinema entstand
und Morrissey ihr noch "Margaret On The Guillotine" hinterhersang,
trotzen die jetzigen Filme mit einem dickköpfigen "Die Kunst!"
– also der Rettung durch Blaskapelle und Ballett. Die ehemaligen
Machthaber platzen deshalb gerade vor Lachen. Doch dass man gerade diesen
kunstfeindlichen Kotzbrocken eine derart vermeintlich weiche Waffe entgegenhält,
sollte sie wenigstens irritieren.
Zwar sind es nicht die
kraftvollen Anklagen und auch in ihren filmischen Mitteln radikalen
Aufschreie des NBC, sondern weitgehend auf persönliche bzw. familiäre
Probleme verknappte Erzählungen. Aber dass diese Filme tatsächlich auf die
Erfüllung und dem Beharren auf den Wert eines künstlerischen Austobens
bestehen, dass man ihren Protagonisten zwar den pekuniären und bis dahin
auch sozialen Halt entziehen kann und sie trotzdem weitermachen, weil eben
die Kunst doch gegen die geistige und soziale Verkrüppelung hilft – das
ist ein erfrischender Arschtritt gegen machtgeile Zyniker.
Wenn
der jetzt noch fester käme, wär’s auch nicht verkehrt.
4 Punkte - Kritik von Judith Göbel

Regie: Stephen Daldry
Buch: Lee Hall
Kamera: Brian Tufano
Besetzung: Jamie Bell, Gary Lewis, Julie Walters
Länge: 110 min.
GB 2000
Webseite: http://www.billyelliot.com/pages/home.html
Vom selben Regisseur:
The Hours
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