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Broken Flowers
Mehr gebrochen als Blumen ist im neuesten Jim Jarmusch-Film der Hauptcharakter Don Johnston, alias Bill Murray. Der verkörpert diesmal, nachdem er sich vom Tiefseetauchen für Wes Anderson erholt hat, einen ins Alter gekommenen Don Juan, dem die Lebenslust abhanden gekommen ist. Nicht mal ein anonymer
,rosa Brief einer ehemaligen Geliebten, die ihm offenbart, dass er einen 19-jährigen Sohn hat, wirft ihn aus der Bahn. Dafür aber seinen Nachbarn Winston (Jeffrey Wright), einem Hobby Sherlock Holmes, der Don überzeugen kann, seine damaligen Flammen aufzusuchen um herauszufinden, wer denn die Mutter seines Sohnes sein könnte. Somit beginnt für den heutigen Loser und damaligen Frauenheld eine Reise in seine Vergangenheit. Quasi "Lost in the Past" anstatt "Lost in
Translation".
Bill Murray überzeugt wie auch schon in Sofia Coppolas Film mit einem mehr reagierenden als agierenden Charakter. Extra von Jarmusch für Bill Murray geschrieben, passt ihm diese statische Rolle wie ein perfekt sitzender (Jogging)Anzug. Seine Dialoge sind kurz und seine Mimiken minimal. Die ideale Kombination für Don Johnston, dessen Name im Laufe der Story zu einem Running Gag wird, genauso wie die Farbe rosa und das Thema Schreibmaschine.
Alles andere als ein Gag sind Johnstons Erlebnisse mit den in Frage kommenden Müttern. Fünf stehen auf seiner Liste, jede einzelne von ihnen sucht er auf. Somit bekommt er Einblicke in verschiedene Leben, die er hätte führen können, hätte er mit den jeweiligen Freundinnen eine gemeinsame Zukunft beschritten.
Diese Szenarien scheinen sich auf den ersten Blick wirklich vielversprechend und interessant zu entwickeln, jedoch geht Jim Jarmusch leider zu wenig auf die individuellen Geschichten ein. Wirklich schade, denn jeder einzelne Auftritt der vier Frauen (die Verstorbene bekommen wir nicht zu sehen!) ist prägnant und sehenswert: Sharon Stone als erfrischend junge Witwe, Frances Conroy (besser bekannt als Ruth Fisher aus "Six Feet Under") als trostlose Immobilienmaklerin, Jessica Lange als ein Medium zwischen Mensch und Tier und schließlich Tilda Swinton als aggressive Biker-Braut.
Und obwohl die Rollen der Frauen wirklich perfekt vergeben wurden, sie alle haben keine Tiefe oder bringen eine gemeinsame Vergangenheit mit dem Titelhelden ans Tageslicht. Jim Jarmusch betont zwar, dass er gerade durch diese Oberflächlichkeit den Zuschauer zum "Was wäre, wenn ich damals einen anderen Lebenspartner gewählt hätte"- Denken anregen möchte, aber zumindest eine Richtungsweisung wäre doch nett gewesen. So steht man als Kinogänger am Ende des Films wieder am Anfang, als ob man in einem Kreis gewandert wäre. Symptomatisch daher wohl auch die finale 360° Grad Kameradrehung um Johnston und derselbe Song wie bei den ersten Szenen.
3 Punkte - Marlene Frischmann

Regie: Jim Jarmusch
Besetzung: Bill Murray, Jeffrey Wright, Sharon Stone, Frances Conroy, Jessica Lange,...
USA 2005
Länge: 105 Minuten
Kinostart: 08.09.2005
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