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Broken Wings
Eigentlich sollte man sich darüber freuen, dass aus Israel mal andere Bilder kommen als die vom letzten Selbstmordattentat. Doch können sich die Israelis auch selbst ganz gut die Hölle heiß machen. Das zumindest lässt dieser Film vermuten.
"Broken Wings" erzählt die Geschichte der Rest-Familie Ulman, die nach dem plötzlichen Tod des Vaters wieder zurecht kommen muss. Schuldgefühle regieren, Wut und Überforderung. Die Mutter und die vier Kinder zerfrisst ein Kleinkrieg, an dem alle leiden, zu dem sich aber keiner äußern kann. Alle sind hilflos am Protestieren, ohne Zugang zu den anderen zu bekommen oder selber zu
gewähren – wo man doch eigentlich zusammen halten müsste. Hoffnung keimt ausgerechnet als die nächste Krise ansteht.
So wird man als Zuschauer nicht ganz in die Trostlosigkeit entlassen. Denn hier haben keine hübschen Menschen apart gelitten, hier regierte eine europäische Trostlosigkeit als wäre kurzfristig Mike Leigh nach Israel ausgewandert und hätte auch gleich noch ein paar massive Sozialbauten und eine Extraportion Hafentristesse mitgenommen. Aber Nir Bergman findet inmitten all des Elends manch surreales Bild und zeigt authentische Gefühle, deren Darsteller durchweg überzeugen. Danach ist man fix und alle.
Als Kompensation danach bitte irgendwas Fröhliches gucken, irgendwas mit Blumen und Sonne und Hopsassa.
4 Punkte - Kritik von Judith Göbel

Regie: Nir Bergman
Kamera: Valentin Belonogov
Besetzung: Orly Silberschatz Banai, Maya Maron, Nitai Gaviratz, Daniel Magon, Eliana Magon
Israel 2002
Länge: 87 min.
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