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Home >> Kino: Filme > Cabin Fever

Cabin Fever

Fünf Freunde sollt ihr sein, und nach den College-Prüfungen geht’s ab zum Entspannen - mit dem großen PickUp in den großen dunklen Wald. Kaum in der abseits gelegenen - gähn - Waldhütte angekommen, werden Eichhörnchen verschreckt, Biervorräte dezimiert und Freundinnen befummelt. Aber das Böse wartet schon, und bald haben alle blutige Blattern. Der Hüttenzauber kann beginnen.

Wer eine Genre-Produktion erwartet, bekommt eine Genreproduktion. Wer keine erwartet, bekommt auch eine. Dieser kleine Teenie-Slasher-im-Wald-Film strahlt die eigentümliche Vertrautheit wiederkehrender schlechter Träume aus. Guck mal, das Jugend-Grüppchen mit den Schönen, dem Schüchternen und dem Proll, schau mal, die doofen Hinterwäldler, sieh nur, die einsame Hütte im Wald, und jetzt auch noch all die ekligen Sachen, die mit Blut und Rotz und Glibber zu tun haben. 

Cabin Fever (Tiberius Films)All das erledigt der Film auf recht unbekümmerte, aber auch unglaublich uninspirierte Weise, weshalb er leider schnell langweilt. Nach Sam Raimis Kamerafahrten in "Tanz der Teufel" reicht es schon lange nicht mehr aus, die Bilder nur rot einzufärben, um eine bedrohliche Atmosphäre aufzubauen. Einige passable Witzchen heitern die Sache dann nur noch mäßig auf. Ob es jetzt Viren sind, die die Kids dahinraffen, wahnsinnige Killer oder halbflüssige Zombies spielt wirklich keine Rolle mehr, auch wenn das Geraune um den wahren Kern der Story natürlich schon mal schön unappetitlich ist: Fleischfressende Killerbakterien gibt’s quasi überall und können auch  dich erwischen! Für die Szene, in der sich eine der infizierten Frauen die Beine rasiert, gibt es einen Punkt extra, weil es erstens einfach so schön ist, im Dunkel des Raumes den abgebrühten Kritiker "Tu’s nicht!" zischen zu hören, und zweitens, weil das Festhalten an vertrauten Verhaltensmustern in unpassenden Situationen genau jene Absurdität vermittelt, die der Film ansonsten vermissen ließ.

Immerhin die Tonspur vermittelt durch Schmatzgeräusche und lauter werdendes Fliegengesirre eine angenehm unangenehme Grundstimmung, was dazu führt, dass selbst der Vorspann wesentlich abgründiger und fieser wirkt als der Rest. Der Film hat eigentlich alles, was man für einen soliden Horrorfilm benötigt, und der Regisseur hat irgendwie auch alles richtig gemacht. Da ist es schon schade, dass er damit eben zwanzig Jahre zu spät kommt.

2 Punkte - Judith Göbel

Buch und Regie: Eli Roth
Besetzung: Rider Strong (Abt. Größenwahnsinnige Pseudonyme - oder heißt der wirklich so?), Jordan Ladd, Joey Kern, Cerina Vincent, James DeBello
USA 2002
Länge 92 min.

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Dienstag, 28. September 2004