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Central Station
Alle sind sie auf der Suche, nach Erlösung, Sinn und Hoffnung. Die einen
pilgern dazu in einen abgelegen Wallfahrtsort. Die anderen begleiten wir auf der Suche
nach einem irdischen Jesús. Auch wenn der nirgendwo mehr lebt, die Hoffnung,
dass er
eines Tages wieder erscheinen wird, lässt die Menschen weiterleben. Diese Hoffnung allein
tröstet. Dazu nimmt man dann auch gerne ein paar Lügen in Kauf.
Die ersten Lügen noch
sind böse, erbärmlich und profitgierig, die letzten Lügen sind besser als die Wahrheit,
und die Realität wird einen schließlich noch früh genug einholen. Die Realität sieht
im heutigen Brasilien so aus, dass auch mal beiläufig ein Dieb erschossen wird, Kinder
als Organspender verschachert werden und mitten in der Pampa schnurschlichte
Reihenhäuschen stehen soweit das Auge reicht; und Rio besteht halt eben nicht nur aus dem
Zuckerhut und knackigen Strandschönheiten, sondern hier vornehmlich aus einem Bahnhof
voller Menschenmassen, Zügen voller Menschenmassen und tristen Wohnkäfigen.
Die Geschichte von der reifen Frau, die sich mit dem kleinen Jungen zusammentut, zwei
Personen, die sich anfangs nicht leiden können, die könnte auch bei jemand anderem
spielen, aber das ist schon länger her und weiter weg.
Diese Version ist auch nicht die
schlechteste.
4 Punkte - Kritik von
Judith Göbel
OF: Central do Brasil
Regie: Walter Salles
Besetzung: Fernanda Montenegro, Marilia Pera, Vinicius de Oliveira
Länge: 99 min
Brasilien / Frankreich 1997
Webseite: http://www.sonyclassics.com/centralstation/frames.html
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