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The Door In The Floor
Die "Tür der Versuchung" - wie der deutsche Zusatztitel preisgibt - gilt es für Familie
Coles geschlossen zu halten. Was sich für jeden einzelnen dahinter verbirgt liegt im
Dunkeln, nur was sich vor der Tür abspielt ist sichtbar: das Leben, mit all seinen Höhen
und Tiefen. Und in einer solchen Tiefe stecken die Coles.
Ted (Jeff Bridges) und Marion (Kim Basinger) haben auf tragische Weise ihre beiden Söhne
verloren. Übrig bleibt eine von individueller Trauer zerbröckelnde Ehe, der auch die
später geborene Ruth (Elle Fanning) keinen Auftrieb geben kann. Im Gegenteil, die kleine
Tochter passt sich den Stimmungen und Eigensinnigkeiten ihrer Eltern perfekt an. Anstatt
am idyllischen Strand von Long Island zu spielen, verbringt sie die meiste Zeit im Flur
des Hauses, der mit unzähligen Bildern ihrer verstorbenen Brüder einem Schrein der
Vergangenheit gleichkommt. Am ehesten scheint Ted mit seinem erfolgreichen Kinderbuch
und dem Hang zu Aktzeichnungen auserwählter Ladies aus der Nachbarschaft (u.a. Mimi
Rogers) die Trauer überwunden zu haben. Marion jedoch hat sich auf einer Stufe der
Lethargie eingependelt, aus der sie weder von ihrem Ehemann noch von ihrer Tochter
heraus zu holen ist. Nur Eddie (Jon Foster), der über den Sommer Ted als
Schriftsteller-Assistent zur Seite stehen soll, kann Marion mit seinen pubertierenden
Trieben teilweise aus ihrer Welt der Trauer reißen. Doch dass diese Affäre keine Zukunft
hat, wissen alle Beteiligten. Aber hat die Ehe von Ted und Marion denn bessere
Perspektiven?
Die Antwort wird sowohl auf der Leinwand als auch in John Irvings Roman
"Witwe für ein Jahr" verraten, auf dem der Film basiert. Der große Coup der (zu einem
Drittel-) Verfilmung liegt in der Verpflichtung und schauspielerischen Leistung von Jeff
Bridges. Es wäre wohl den anderen Akteuren gegenüber nicht fair zu behaupten, mit
Bridges steht und fällt die Handlung, aber es ist nicht von der Hand zu weisen, dass
seine "Dudeness" hier jedermann und -frau überzeugen muss. Regisseur Tod Williams bewies
aber auch mit der Besetzung der anderen Rollen ein gutes Händchen: Kim Basinger kann
fast an die Leistung von "8 Mile" anknüpfen und mit Jon Foster als Eddie bekam auch ein
überzeugender Newcomer seine Chance. Ohne Zweifel nimmt man dem gesamten Cast seine
Rollen ab, sodass "The Door in the Floor" angenehm realitätsgetreu herüber kommt.
4 Punkte - Kritik von Marlene
Frischmann

Regie: Tod Williams
Besetzung: Jeff Bridges, Kim Basinger, Jon Foster, Elle Fanning, Mimi Rogers, u.a.
USA 2004
Länge:111 Minuten
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