Kino

Filme
  
Festivals
  
Aktion Sorgenkino
  
Coen-Brüder-Huldigung

  

Kunst

Selbstgeschriebenes
  
Selbstgezeichnetes

  

Kultur

Konzerte
  
Seinfeld

  

Kleinkram

Über mich / Impressum
  
frust-maus-chronicles
  
Links

  

Home >> Kino: Filme > Das Dschungelbuch

Das Dschungelbuch 

Einen Tag vor Jahreswechsel waren wir also das erste Mal im neuerbauten Cineplex und hielten uns tapfer in einem ausverkauften Saal der Nachmittagsvorstellung unterstützt von einer Kilopackung Käptn Blaubär-Gummibärchen. Die Prognose für diese Vorstellung lautete: Die Erwachsenen werden kräftig mitsingen, die kleinen Racker nach Popcorn und Pokemon schreien. Fast gewonnen.

Zuallererst gehören entweder Disney oder dem Kinovorführer die Gehörgänge gepierct. Der Ton war eine Katastrophe. Ob’s an der Kopie lag oder die Anlage Asthma hatte – wer vermag’s zu sagen. Jedenfalls möchte ich gefälligst bei einem Musikfilm ordentlich was auf die Ohren bekommen, damit ich endlich schön falsch mitsingen kann, ohne dass meine Nachbarn sich in Panik in den Sitz verkrallen.

So wurden wir zwar während der Vorstellung nicht taub, dafür aber Das Dschungelbuch bereits vor der Vorstellung blind. Ausgiebige Trailer zum neuen Disney (dessen Handlung wir trotzdem nicht verstanden und dessen möglicher Witz sich uns nicht erschloss) und zum neuen Pokemon-Film (gleiches Problem) ließen die Hoffnung fahren, die versammelte Kinderschar könnte auch nur einen Hauch der Faszination vom Dschungelbuch nachvollziehen. Denn das war eine Wohltat: Tolle Farbwahl, ausdrucksvolle Darsteller, guter Soundtrack.

Obwohl, ach sie sind dahin, die unbeschwerten Jugendjahre: King Louis ist eine ausgesprochen rassistische Parodie, mitten im Film steckt ein Goof (Spiegelbild im Wasser sieht genauso aus wie die normale Ansicht) und über das Ende konnte ich schon damals nur schreien.

Beim Kleinmädchen-Song hat’s denn dann doch meine Nachbarin in den Sitz gedrückt – alle Emanzipationsversuche fürn Arsch. Damit das Gehirn des Nachwuchses das möglichst schnell wieder vergisst, gab's eine Extra-Portion Popcorn in die Blutbahn geblasen.

Trotz allem möchte ich mich doch dem Cineasten (ca. 8 Jahre) in der Reihe hinter mir anschließen: "Ich kenn den Film zwar, aber ich lach trotzdem."

4 Punkte - Kritik von Judith Göbel

OF: The Jungle Book
Regie: Wolfgang Reithermann
Länge: 78 min.
USA 1967

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Montag, 27. September 2004