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Home >> Kino: Filme > Elegy

Elegy

Er ist ihr Professor und sie seine Schülerin. 30 Jahre Altersunterschied
liegen zwischen ihnen. So lange er denken kann, hatte er eine Schwäche
für weibliche Schönheit. Und sie ist schön. „Wie ein Kunstwerk“. Aber
die kubanische Studentin umgibt mehr als das. Sie ist reifer als die
anderen, kleidet sich wie jemand, der für eine noble Anwaltskanzlei
arbeitet. Sie teilt seine Begeisterung für Kunst und Kultur, auch wenn
er denkt, er könne ihr noch viel Kultur zeigen, ihr Leben bereichern,
für eine kurze Zeit mit ihr gehen. Und dann würde sie ihn fallen lassen.
Diesen alten Mann, diesen Mentor, den sie so nah an sich rangelassen hat.
 
Aber Consuela tut mehr als das. Sie zieht den erfahrenen Mann in eine
Beziehung, in der er von ihr abhängig wird, wie er es nie zuvor gewesen
ist. Nicht einmal bei seiner früheren Ehefrau. Sein Leben lang hatte er
eine Affäre nach der anderen. Und nun kann er sich vorstellen, sein
Leben mit einer einzigen Frau zu verbringen. Aber sein Leben ist nicht
mehr lang, das Alter wird ihn mehr und mehr zeichnen und für ihn steht
außer Frage, dass die junge Schönheit diese Last nicht wird tragen wollen.
 
Elegy ist eine Charakterstudie zweier Menschen, die sich ähneln und
gleichzeitig sehr fern sind. Die Geschichte ist zeitlos - klassisch und
modern zugleich - genau wie ihre Protagonisten.
Klassische Musik trägt die Leichtigkeit und auch die Schwere des Films
und man wird in den Bann gezogen von den kleinen Themen alltäglicher
Beziehungen, die so tragisch und episch sein können, wie sie es für den
Zuschauer selbst wären.
Das Drama glänzt durch eine Starbesetzung – Penelope Cruz und Ben
Kingsley warten mit detailreichen Charakterdarstellungen auf und ziehen
den Zuschauer in ihren Bann.
 
Isabelle Coixet reiht mit Elegy einen neuen Film in ihre Reihe der
brillianten Dramen ein. Die Starbesetzung schafft es zwar nicht, die
gleiche Tiefe wie Sarah Polley zu erreichen, die in „Mein Leben ohne
mich“ und „Das geheime Leben der Worte“ zu Tränen rührte. Dennoch ist
Elegy ein rundum gelungenes Drama mit einer entwicklungsreichen
Geschichte, das durch seine schönen Bilder besticht.

4 Punkte  - Kritik von Anja Habermehl

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Samstag, 29. März 2008