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Home >> Kino: Filme > Elling

Elling

Sollte sich schon mal jemand überlegt haben, wie eine norwegische Mischung aus "Wir können auch a-anders" und "Mister Bean" aussehen könnte – hier haben wir das Ergebnis. Wie bei einem anderen völlig untergegangenen Highlight nordeuropäischer Filmkunst ("Junkmail") fürchte ich auch hier, irgendwann das Remake aus Kalifornien sehen zu müssen. Das wird nicht gut gehen. Bis es aber soweit ist, dass sich die Fußnägel nach oben klappen, erfreuen wir uns an dieser Version.

Verabschieden wir uns von der Erwartung, dass wir hier eine Heilsgeschichte a la "Beautiful Mind" zu sehen bekommen, nur weil es auch hier um Verrückte auf ihrem Weg in die Normalität geht. Dieser Ausgangspunkt ist nur der Hitchcock'sche red hering, ein Aufhänger für alle Erklärungsfanatiker, aber eigentlich nicht wirklich erheblich. Niemand soll hier mit dem Unverständnis seiner Umgebung konfrontiert werden, die einem das Leben schwer macht und durch bodenlose Ignoranz undElling Arroganz glänzt. Keine Phantome gilt es zu jagen, kein Geheimdienst und keine Außerirdischen versuchen, einem das Selbst zu rauben. Es gilt nur, dem ewigen Schwindel zu entkommen. Elling macht das großartig, weil er an seinen Neurosen ebenso festhält wie an seinem erblühenden, aber eben geheimzuhaltenden Erfolg. Auf diese Weise bleibt er sich selber treu und strahlt eine Souveränität aus, bei der all die anderen Luschis einpacken können.

Nachdem ich das geschrieben hatte, habe ich gelesen, dass Kevin Spacey die Rechte an dem Script erworben hat. Im Gegenzug warte ich jetzt auf die Dogma-Version von "Titanic".

5 Punkte - Kritik von Judith Göbel

Offizielle Homepage: http://www.elling-der-film.de
Kritik zu "Elling 2 - Nicht ohne meine Mutter"
 

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Montag, 27. September 2004