|
Das Experiment
Soll man froh sein, wenn ein deutscher Thriller
ein Kopierwerk verlässt und in die Kinos kommt? Man sollte froh sein, wenn
mal ein guter Thriller das Kopierwerk verlässt und in die Kinos kommt. Da
wir in dieser Hinsicht in letzter Zeit nicht gerade verwöhnt worden sind,
schaudern wir recht dankbar über ein leidlich spannendes Werk und zappen
bei den Talkshows weg, wo sie wieder seine sämtlichen Hintergründe erläutern
werden. Manchmal will ich über Absichten und Zweck nicht unbedingt aufgeklärt
werden. Da hab ich meistens das Gefühl im falschen Film gesessen zu haben:
"Wir hatten diese und jene Absicht, wir wollten das und das zeigen, und
im übrigen isses nicht wieder gerade auch und jetzt vor allem wieder
aktuell, und denken Sie doch nur an....." Nur weil sie in Deutschland
nicht einfach nur spannende Thriller, sondern Botschaften transportieren müssen.
Zapp.
Die einzige Erklärung, die ich brauche, ist, warum zur Hölle dieser dämliche
Schluss sein muss. Kamen Fördergelder aus der niederländischen
Tourismuszentrale oder warum diese Szene am Zantvoorder Strand? Nach dem
Horror gibt’s das Idylle-Bonbon, das uns sagen will: Alles ist gut. Och,
menno!
PS: Der Darsteller des Bundeswehrfuzzis (dessen Namen ich jetzt nachgucken müsste)
bekommt von mir den Udo-Kier-Nachwuchs-Award.
3 Punkte - Kritik von Judith Göbel

Regie: Oliver Hirschbiegel
Buch: Mario Giordano
Besetzung: Moritz Bleibtreu (Tarek), Christian Berkel (Steinhoff), Oliver
Stokowski (Günther Schütte), Justus von Dohnanyi (Udo Kier), Edgar
Selge, Andrea Sawatzki
Länge: 120 min.
BRD 2000
Vom selben Regisseur: Der
Untergang
|