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Home >> Kino: Filme > The Mighty

The Mighty – Gemeinsam sind sie stark

Wir haben fast Sommer, die Menschen lungern in Parks und Eisdielen herum, und vor dem nächsten Sonnenbrand flüchtet man sich an einem stillen Nachmittag am besten ins Kino. Und schaut sich einen Weihnachtsfilm an. Verleihpolitik, du unergründlich Rätsel, du.

Also gut, etwas Abkühlung ist ja ganz angenehm, selbst die Klimaanlage pustet irgendwann schnatterkalte Tiefkühl-Luft durch den leeren Kinosaal. Am Ende des Films ist dann der Frühling ausgebrochen, davor haben wir uns ein Winterfeuerwerk angeguckt, sind auf einer abgefallenen Motorhaube den Abhang hinunter gerodelt und barfuß über verschneite Straßen gerannt. Glücklicherweise haben sich keinerlei sentimentale Weihnachtsgefühle eingestellt (auch wenn im Film jemand behauptet, sie liebe Weihnachten), aber verschnieft bin ich trotzdem. Vielleicht hab ich mir auch nur eine Erkältung geholt.

Damit bin ich bei den Dingen angelangt, die mich in diesem Film stören. Denn irgendwie habe ich so die grobe Ahnung, im falschen Film zu sitzen, nämlich in "Kevin allein ... wo-auch-immer". Das liegt vor allem daran, dass hier ebenfalls ein pfiffiges Exemplar aus dem großen Wurf des Culkin-Clans mitspielt und unbedingt auch noch "Kevin" heißen muss. Bei dieser Art von oberschlauem Berufsgewitzten will ich aus Gewohnheit schon ganz kribbelig werden, da rettet mich dankenswerterweise des Regisseurs Gabe, in milden Irrsinn abzudriften, um allzu großer Niedlichkeit vorzubeugen. Uffz, das war knapp.

Doch ganz geht dieses Gefühl nicht verloren, und schließlich baut es sich zum Filmgesamturteil "Weitgehend harmlos" aus. Das ist sehr schade, denn in seinen schönsten Momenten erscheint er wie eine liebenswerte Variante vom "König der Fischer"-Light und ist auf jeden Fall ein Plädoyer dafür, sich je nach Stimmungslage zu verkleiden.

Obwohl dies ein Film von Peter Chelsom ist, kommt keine Abschlussvorstellung drin vor.

3 Punkte - Kritik von Judith Göbel

OF: Freak the Mighty
Regie: Peter Chelsom
Buch: Charles Leavitt
Kamera: John de Borman
Besetzung: Kieran Culkin (Kevin Dillon), Elden Henson (Maxwell Kane), Sharon Stone, Gena Rowlands, Harry Dean Stanton, Gillian Anderson;
Länge: 100 min.
USA 1998

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Mittwoch, 31. März 2004