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Garage Days
Was hätte das ein guter Film werden können: Klein, schnoddrig, grundalbern, verantwortungslos, konsequenzenfeindlich und verwegen. Und nicht zu vergessen mit einem gitarrenbrettmäßigen Soundtrack. Geniales Dilettantentum
– wir lieben dir! Aber auf meine Wünsche hört ja wieder keiner.
Gitarrist Freddy möchte gerne mit seiner Schredderkombo die Rockszene erobern. Schon träumt er von großen Konzerten mit Stagediving und allem was dazu gehört. Aber seine Band dilettiert vom unfähigen Manager betreut am Rande des Nervenzusammenbruchs. Außerdem gibt es noch Querelen durch interne Beziehungsverschiebungen. Zusammen mit diversen unfreiwilligen Drogenerfahrungen und unschönen Kontakten mit dem Big Business gerät schließlich alles aus den Fugen. Der Traum rückt in immer weitere Ferne...
Alex Proyas, dem man mit "The Crow" und "Dark City" in eher finstere Gefilde folgte, legt eine australische Komödie vor, für die er leider zuviel Geld zur Verfügung hatte. Mit allerhand technischem Schnickschnack rüscht er seine Geschichte auf, was in guten Momenten wie eine aufpolierte "Trainspotting"-Reminiszenz rüberkommt, in weniger guten wie abgeschmacktes Pseudo-Cool-Getue. Eigentlich bringt er damit genau die Grundhaltung der portraitierten Band zum Ausdruck. Statt sich auf die eigenen unfertigen Stärken zu besinnen, träumt man von Stadienrock. Doch was helfen Spezialeffekte, wenn etwas Grunge gutgetan hätte. Aber darf ich dem Film wirklich böse sein, nur weil er MEINE Erwartungen nicht erfüllt hat? Andererseits hat er sie nicht nur "nicht erfüllt", er hat sie übelst hintergangen. Die Sau.
Das liegt auch zu einem Gutteil dran, dass die Band überhaupt nicht spielen kann. Nach jeder Probe kriegen wir gerade noch den Abschlussakkord mit und das war’s dann. Die Wucht, das gute Gefühl schlechte aber ureigene Krachmusik zu machen, wird nur behauptet, ohne sie ins Publikum übertragen zu können. Dafür wird ein Arsenal an Fremdmucke aufgefahren. Dieses durchweg gute Liedgut ist aber letztlich nur der Beweis dafür, dass man mit der Soundtrack-CD besser gefahren wäre als sich den kompletten Film anzusehen. Schade eigentlich. Gibt’s wenigstens was zu lachen? Och jo, aber auch hier treten sie etliche Gags tot. Hier bitte ich besonders auf den Melonen-Babyersatz-Witz zu achten.
Es ist schön, dass aus Australien auch was anderes kommt als Mel Gibson. Sollte man also nervenden Amateuren trotzdem eine Chance geben? Der Groß-Produzent wird übrigens von Marton Czokas gespielt, der nach seiner undankbaren Rolle als Elfentrulla neben Cate Blanchet im "Herrn der Ringe" jetzt den schmierigen Typen geben darf, was er auch ausgiebig auslebt.
Ein Film, der oft wehtut, zwischendurch angenehm durchknallt, extrem nervt und auf Video nicht allzuviel Schaden anrichten sollte.
2 Punkte - Kritik von Judith Göbel

Regie: Alex Proyas
Besetzung: Kick Gurry, Maya Stange, Pia Miranda, Russell Dykstra, Brett Stiller, Chris Sadrinna, Andy Anderson, Marton Csokas
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