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Godsend
.... und dann war der Film zu Ende. Ich habe noch selten so enttäuschte Leute aus einer Vorstellung kommen sehen (Wenn Kinder an Weihnachten statt der erhofften Playstation nur Socken auspacken dürfen, sehen sie so ähnlich aus). Immerhin stellte sich rasch die Erkenntnis ein: Es gibt Filme, die kann auch Robert De Niro nicht mehr retten. Auch ein brisantes Thema wie das Klonen von Menschen verhilft nicht von alleine zu spannungsreicher Handlung.
Was noch einigermaßen spannend anfängt, wird derart lieblos aufgelöst, als hätte der Drehbuchautor einen wahnsinnig faszinierenden Fleck an der Wand entdeckt und sich dadurch von seiner Arbeit ablenken lassen. Oder habe ich irgendetwas Subversives übersehen, und es steckt doch mehr dahinter als der erste Augenschein wahrhaben will? Dann haben sie es aber verflixt gut getarnt. Wenigstens passt der Film hervorragend in die Reihe "Kinder mit irritierenden Blicken" (bspw. zu sehen in "The Sixths Sense", "The Ring", "Dorf der Verdammten"), denen er aber nicht im mindesten das Wasser reichen kann.
Im Presseheft steht, dass die Filmemacher ganz stolz darauf waren, auf die üblichen Effekte und Mätzchen verzichtet zu haben, wodurch ihr Film lebensnaher und realistischer werden sollte. Im Grunde keine schlechte Idee, leider ist ihnen aber stattdessen rein gar nichts anderes eingefallen. Es werden bloß die vertrauten Zutaten verwendet: Kinder mit Visionen, ahnungsvolle Verdächtigungen, leidende Mütter, skeptische Väter, der autoritäre Überarzt. Vor allem sei es noch einmal gesagt: Man geht nicht in diese verrotteten Holzhütten, die allein im dunklen Wald stehen und die voller spitzer Gegenstände und Hämmer hängen - das tut man nicht. Und solche Ideen wieder auszugraben, das tut man erst recht nicht!
Bereits im Titel ist eine ähnliche Plumpheit zu erkennen. Lässt sich "Godsend" doch sowohl als "Gottesgeschenk" als auch als "Das Ende Gottes" lesen. Ja, liebes Publikum, aufgepasst, hier kommt die Botschaft: Der Mensch hat sich mal wieder anmaßend eingemischt, und jetzt wundert er sich, dass er die Kontrolle verliert. Wer die Botschaft jetzt schon verstanden hat, kann sich die Filmvorstellung schenken und das gesparte Geld in die Adoption einer schizophrenen Gen-Tomate stecken - vielleicht besteht ja hier noch Hoffnung.
1 Punkt - Judith Göbel
Regie: Nick Hamm
Buch: Mark Bomback
Besetzung: Greg Kinnear, Rebecca Romijn-Stamos, Robert De Niro, Cameron
Bright
USA, 2003
Länge: 102 min.
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