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Gran
Paradiso
Wenn eine Gruppe aus möglichst
disparaten Teilen (bestehend aus, sagen wir mal, Behinderten, Neonazis, Ausländern
und Sozialpädagogen) einen Berg besteigen will, dann ist sie einfach zum
Erfolg verurteilt. Die Natur mag ihr zwar das ein oder andere Hindernis in
den Weg stellen, sie in einen Schneesturm geraten oder vom Berg abrutschen
lassen, was leidlich Spannung produziert und ein paar Helferhormone ausschüttet,
aber das bietet noch lange keinen Grund zur Verzweiflung über eine grausame
Natur. Darum geht’s ja auch in dem Film überhaupt nicht.
Das nötige Feindbild, um
die Gruppendynamik in Gang zu bringen, liefert der Bösen-Prototyp des
unfairen Überfliegers. Seine Überwindung stärkt doppelt, und zum Schluss,
yeah, ist alles gut gegangen – wer was anderes erwartet, lügt.
Sollte der Film es
schaffen, irgendeinen Behinderten auf dumme Ideen zu bringen und das "Weitsprung"-Syndrom
auszulösen, hat er seine Schuldigkeit getan. Ansonsten darf er noch seine
SchauspielerInnen-Schar und einige Dialoge als Pluspunkte verbuchen und wird
für die Witzlosigkeit der Hauptdarstellerinnen-Rolle in die nächste
Gletscherspalte geschubst.
3 Punkte - Kritik von Judith Göbel
Regie: Miguel Alexandre
Buch: Georg Heinzen
Kamera: Peter Indergand
Besetzung: Ken Duken, Regula Grauwiller, Gregor Törzs, Frank Giering;
Länge: 106 min.
BRD 1999
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