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Hamam – Das türkische Bad
Der
Film wurde 1996 gedreht und läuft jetzt, März 1999, im Kino. Die Wunderwelt der
Verleihpolitik erschließt sich mir nicht immer. Schön, dass er's doch noch
geschafft hat.
Zu sehen gibt es eine Liebeserklärung an Istanbul, an
türkische Bäder und
türkisches Frühstück, die alten Viertel und ihre Bewohner und Bewohnerinnen.
Es ist der
eigentlich bekannte Aufruf, sein bisheriges Leben zu überdenken, sich auf Neues
einzulassen und Veränderungen zu wagen. Serviert wird uns eine zwar exotische und fremde,
doch auch irgendwie Vertrauen und Geborgenheit ausstrahlende Umgebung. Gemeinsam mit dem
Helden (und später auch der Heldin) dürfen wir diese Welt entdecken, skeptisch und
zögernd am Anfang, tatkräftig und zukunftsweisend am Ende.
Die Bösen gibt es allerdings
auch, die Spekulanten, die am Geld und einer fragwürdigen Modernisierung festhalten und
dafür über Leichen gehen. Siegen werden sie trotzdem nicht, weil wir für dampfiges
Türkis und verwischtes Gelb vielzuviel übrig haben, um uns von denen unsere Träume
ausreden zu lassen.
Dass der Abspann allerdings von oben nach unten läuft, hat mich dann doch etwas
irritiert.
4 Punkte - Kritik von
Judith Göbel

OF: Il bagno turco
Regie: Ferzan Ozpetek
Buch: Stefano Tummolini, Ferzan Ozpetek;
Kamera: Pasquale Mari
Besetzung: Alessandro Gassman, Francesca d'Aloja, Carlo Cacchi, Mehmet
Gunsur;
Länge: 98 min.
Italien / Türkei / Spanien 1996
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