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Home >> Kino: Filme > Musta Jää – Black Ice

Musta Jää – Black Ice

Viele Filme, die auf der Berlinale gezeigt werden, wird man nie wieder in einem deutschen Kino antreffen dürfen. Manchmal ist das gar nicht so schlimm, denn selbst hart gesottene Cineasten ertragen nicht das gesamte Berlinale-Programm mit Würde. Aber immer wieder findet man eines der Juwele, die das Berliner Filmfestival so oft beheimatet in einem deutschen Kino an.
Der finnische Spielfilm „Black Ice“ hat mit Bavaria International und dem Verleiher Schmidtz Katze im Hintergrund natürlich beste Chancen, ein paar deutsche Kinoleinwände zu finden.

Die komplexe Charakterstudie schildert das Schicksal einer Ehefrau, die von ihrem Mann betrogen wird. Eine simple Grundkonstruktion könnte man meinen und sicher kein innovatives Thema, aber der Film geht über die Zeichnung einer Dreiecksbeziehung hinaus, zeigt eine unerwartete Tiefe in der Figurenzeichnung und reißt uns mit in die Höhen und Tiefen der Protagonisten.
Das konsequent mitschwingende Thema des Dramas ist die Maske bzw. die Maskerade. Saara, die hintergangene Ehefrau, spioniert ihrer Widersacherin hinterher und arbeitet sich in eine Position vor, aus der heraus sie die Affäre ihres Mannes kennen lernen kann, um zu wissen, wie sie ihr schaden könnte. Sie beginnt, eine Rolle zu spielen, steigert sich soweit in diese hinein, dass sie beginnt, die Scheinpersönlichkeit zu leben. Saara spielt die Freundschaft mit der jüngeren Frau nur, kann dabei aber nicht vermeiden, auch mit ihr zu fühlen. Aber eine Maskerade dieser Art kann nicht auf Dauer halten und so bricht das ausgeklügelte Spiel schließlich in sich zusammen.

Musta Jää ist ein intensives Drama mit Thrillerelementen und gleichzeitig die Charakterstudie einer starken Frau. Der Film ist sensibel erzählt und nimmt genug Wendungen um nicht langweilig zu werden. Dabei besticht er weiterhin durch eine atmosphärische Bildsprache.

4 Punkte – Kritik von Anja Habermehl

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Samstag, 29. März 2008