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The Royal Tenenbaums Wenn sich zwei Freunde zusammentun, um ein Drehbuch zu schreiben, kann es passieren, dass so etwas dabei herauskommt wie "Good Will Hunting", und William Goldman, die alte Tratschtante, muss dann wieder zusehen, wie er das Script retten kann, um den zwei unbekannten Autorendarstellern doch noch eine Eintrittskarte nach Hollywood zu verschaffen.
Möglicherweise kommt aber auch ein Film wie dieser dabei heraus. Dann wurden jetzt ein unbekannter Laiendarsteller und ein Wirrkopf gerettet. Ich weiß nicht, wer da im Hintergrund die Fäden gezogen haben mag, aber kann es mit hollywood-rechten Dingen zugehen, wenn BuenaVista (bislang nicht gerade das Synonym für experimentelle Filme) einen solchen Streifen rausbringt? Hält man sich jetzt Wes Anderson als Hausfaktotum, damit man vor den Kritikern mit dem Anspruchsfähnchen wedeln und sich ruhigen Gewissens doch wieder den Blockbustern zuwenden kann? Oder spielt tatsächlich das Genre
"Exzentriker"-Film demnächst fett an der Börse mit?
Dann durfte auch noch Andersons Kumpel Owen Wilson seine Lieblingsrolle dazuschreiben, was man daran merkt, dass sich sein
"Eli" penetrant in den Film und in die Royal Family zu pressen versucht. Es ist halt wie im Leben. Darob guckt sein Bruder nur noch betröppelter aus dem Tennishemd. So ist das Schöne an dem Film, dass einem die Personen nicht wirklich sympathisch sind. In manch anderen Streifen würden sie nur knuffig und unerträglich süß werden. Hier sind sie einfach Trantüten und Versager, und manchmal gehen sie einem so am Arsch vorbei wie dem lieben Tenenbaum Senior seine Familie.
Das Nervige an dem Film ist, dass er dauernd schreit "Ich will exzentrisch
sein!" und "Lasst uns Tabus brechen!" Eine Weiße darf einen Schwarzen küssen, es gibt Geschwisterliebe (jaja, Stiefgeschwister...), es darf geraucht werden
– sogar von einem Nichtraucher, der es halt einfach mal braucht.
Das ist alles ganz nett, aber von Anarchie ist das so weit entfernt als würde man bei Rot über die Straße gehen.
4 Punkte - Kritik von
Judith Göbel
Regie: Wes Anderson
siehe auch: Rushmore
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