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Home >> Kino: Filme > Uneasy Rider

Uneasy Rider

Lasst uns über Tabuthemen reden: Behinderung und Sex.

Ein Film über Körperlichkeit – da geht es nicht um sich verzehrende Liebe oder das Bedürfnis nach Kuscheleinheiten, es geht um handfesten Sex, um die spreizbeinige Wichsvorlage an der Wand oder aus dem Videorecorder. Der das will, „in echt“ will, fordert mit gnadenloser Dreistigkeit. Nein, kein sympathischer Mensch, der Mann. Wenn er nicht behindert wäre, hätte man ihm schon längst eine... rumms, erwischt! Erwischt bei falscher Rücksichtname, die Behinderte im körperlosen Raum halten will, im Zustand vermeintlicher Unschuld, wie kleine Kinder, bloß nix mit Körpersäften. Da stimmen die Betreuer halt lieber das Wallfahrtslied an, das macht vorerst keine Probleme (erst wenn die Fahrt führt dazu, dass ein behinderter, homosexueller Moslem gerne zum Katholizismus konvertieren möchte, kommen sie dann doch ins Schwimmen). Trotzdem: Ganz schön vertrackt, das Ganze.Uneasy Rider

Wenn man für unsympathische Menschen schließlich Sympathien entwickelt, sich wie Bolle über einen Steifen freuen kann, selbst den drögen Normalos ihre Neurosen und Eigenheiten zugesteht und ein surreal-reales Ende einen aus der Handlung entlässt, dann hat man einen Film hinter sich, der mal wieder zu wenig Leute erreicht hat, als dass jetzt in allen Betreuungseinrichtungen die Verantwortlichen um ihre Alltags-Routine fürchten müssten. Wer will sich denn selbst im Fernseh diese wackeligen Bilder angucken, viel zu unsauber, tststs...

3 Punkte - Kritik von Judith Göbel

OF: Nationale 7
Regie: Jean-Pierre Sinapi
Buch: Anne-Marie Catois, Jean-Pierre Sinapi
Kamera: Jean-Paul Meurisse
Besetzung: Olivier Gourmet (René), Nadia Kaci (Julie), Lionel Abelanski (Roland), Chantal Neuwirth (Sandrine), Said Taghmaoui (Rabah)
Länge: 95 min.
Frankreich 1999

  

© fmp '98, Mail: judithgoebel@web.de; Letzte Änderung: Mittwoch, 31. März 2004