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Filmauswahl
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El mestieri delle armi
I/F/BRD 2001, 101 min. OmeU, Ermanno Olmi
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Hubad sa ilalim ng buwan
Phillipinen 1999, 110 min., OmU, Lav Diaz
(bzw. ein unbekannter Ersatzfilm von Jeffrey Jeturian)
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Harvard Man
USA 2001, 101 min. OF, James Toback
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Joen
("Woman/Snow")
Japan 2000, Meike Mitsuru, 60 min. OmeU
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Seifuku de daite
("Despite all
that")
Japan 1999, Imaoka Shinji, 62 min., OmeU
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Guizi lai le
("Devils on the Doorsteps")
VR China, 2000, 166 min. OmeU, Jiang Wen
"El mestieri delle armi"
Erstmal: It's fucking cold in Italy. Das ist an sich schon ungemütlich. Gerade, wenn man eigentlich gewöhnt ist, dass Italien sonst nur aus sonnendurchfluteter Toskana besteht. Ungemütlich ist auch das Rittertum: In einer eisernen Rüstung zu frieren, während der Feind mit den neu erworbenen Kanonen auf einen zielt, ist einfach scheiße. Wolltet ihr schon immer mal wissen, wie man ein Bein amputiert? Hier kann man's lernen. Ohne zuviel zu verraten: Schön ist es nicht. Und es nützt überhaupt nichts, der Typ krepiert trotzdem.
Ein Historienschinken ganz anderer Art, ein wahrer noch dazu. Als Novemberabend-Doppelprogramm mit Polanskis
"Macbeth" zu empfehlen.
"Hubad sa ilalim ng buwan" ("Naked under the Moon")
...zumindest war das der Film, in den ich geplant hatte reinzugehen, aber gewesen ist er es nicht. Den Titel konnte ich mir leider nicht merken, d.h. ich konnte ihn nicht so schnell lesen, als dass ich die Chance gehabt hätte, ihn vergessen zu können... Der Regisseur (Jeffrey Jeturian) arbeitet immerhin bei der selben Produktionsgemeinschaft und war auch mit anderen eigenen Arbeiten vertreten, aber keine Inhaltsangabe im Programmheft stimmte mit dem Inhalt des gezeigten Films überein, und auch in den Aushängen über Änderungen des Programms fand ich nichts Erklärendes. Es kann natürlich auch sein, dass im Programmheft einfach Fuppes steht. Macht aber auch nicht zufrieden.
Worum geht's? Ein Teenagerfilm, mit allen Problemen, die man als Jugendliche und auf den Phillipinen halt so haben kann: Vater im Knast, tote Mutter, später tote Großmutter, schwierige Geschwister, Billig-Jobs, erste Liebe, wahre Liebe, Großbrand. Man könnte meinen, das wär ein bisschen viel auf einmal, als hätte das Schicksal nirgendwo anders was zu tun und würde sich jetzt hier austoben. Aber der Film beschreibt mit einer zärtlichen Anteilnahme nur den Alltag und da scheint dies alles reinzugehören, alle Hochs und Tiefs. Dazu gibt sich der Regisseur nicht mit einigen unbedeutenden Nebendarstellern zufrieden, sondern stellt uns quasi das ganze Panoptikum des maroden Viertels vor. Mit dem Stadtteil brennen zum Schluss auch die unguten Erlebnisse ab. Der Alltag geht weiter, aber man schaut ihm etwas hoffnungsfroher zu. Wenn das mal kein aufrichtiges Happy End ist. Man fühlt sich informiert wie nach einem Dokumentarfilm und unterhalten wie nach einer Erzählung eines guten Bekannten.
Könnte, wenn Gerechtigkeit auf Erden herrscht, bitte wenigstens irgendwann mal in arte laufen (Tja, mit so wenig ist man schon zufrieden....).
"Harvard Man" Ein weitgehend konventioneller, manchmal arg bemüht schräg wirken wollender Film, der durch seine Tonebene irritiert. Da ist zum einen die Stimme der Dozentin: Eine quäkende Mischung aus Mickey Mouse und Kehlkopfkrebs; zum anderen eine Tonspur, die die Stimmen, die aufgrund übermäßigen Drogenkonsums im Kopf des bedauernswerten Hauptdarstellers rotieren,
quer durch den Kinosaal die Runde machen läßt. Dies ist besonders fies, weil man zwar Sensorround-Töne kennt, die Dinosaurier hinter einem aufbrüllen lassen, aber so ein kleines feines Wispern, dass man sich nicht wirklich sicher sein kann, ob nicht vielleicht doch der Nachbar einen hat fahren lassen - das macht einen nervös.
Ansonsten könnte der Streifen auch beim Fantasy-Filmfest laufen oder irgendwann ein kleiner Videohit werden, weil das Schnittchen mitspielt, die in der "Buffy-Serie" den Vampirkiller mimt. Sehr seltsam.
"Joen"
und "Seifuku de daite"
Man möchte ja nicht mutmaßen, was die im Osten mit ihren Obsessionen tun würden, könnten sie sie nicht in ihren Filmen ausleben. Statt so schnell wie möglich einen Psychiater zu konsultieren, drehen sie also Filme; soll das Publikum doch sehen, wie es damit zurecht kommt.
Das sitzt dann da und weiß nicht, ob es lachen oder interpretieren soll. Wenn dann auch noch die Regisseure anwesend sind, kann man der allgemeinen Ratlosigkeit derart begegnen, dass man sich was erzählen lässt über die Filmemachersituation im Fernen Osten, über Schwierigkeiten mit der Zensur, über Finanzierungsmöglichkeiten und Produktionsbedingungen. Auf diese Weise muss man sich nicht wirklich weiter mit Inhalt oder Handlung beschäftigen, und brauch die Regisseure zum Beispiel nicht zu fragen, ob das jetzt wirklich lustig gemeint war oder vielleicht eigentlich ganz tragisch zu sehen ist oder doch pornografisch, womit man seine komplette Unkenntnis der japanischen Kultur unter Beweis stellen würde. Das wäre zwar ehrlich, aber den Gästen gegenüber auch unhöflich. Aber wer bitte kennt sich denn wirklich im ehrwürdigen japanischen Humoristenhandwerk aus, um beispielsweise zu merken, ob das jetzt kompletter Slapstick, ein satirischer Seitenhieb oder kritisches Finger-in-die-Wunde-Gelege war. Und muss ich mich damit wirklich noch nachts um zwei auseinandersetzen? Kann ich jetzt nicht einfach gehen? Und sei es nur, weil ich wirklich am einschlafen bin...?
"Guizi lai le"
Kann es sein, dass Kurosawa noch lebt? Und zwar in China? Sind Teile seiner sterblichen Überreste in die große Volksrepublik rübergeweht und pflanzen sich jetzt dort fort? Vieles spricht dafür.
Vielleicht hätte er sich etwas kürzer gefasst, was meine Blase gerade in der letzten dreiviertel Stunde sehr begrüßt hätte. Vielleicht hätte er etwas mehr Wert auf eine saubere Tonspur gelegt, was meine Ohren sehr begrüßt hätten. Taubgepustet von der Blaskapelle war's schön, dass es Untertitel gab, so musste man sich um das Pfeifen in den Gehörgängen weiter keine Sorgen machen.
Gewalt, Witz und Wahn fließen hier gar prächtig ineinander und zeigen einem auf, dass ein Film, der in den Vierzigern spielt und ausschaut als sei er in den Fünfzigern gedreht, so aktuell ist, dass wir ihm noch eine gute Zukunft wünschen.
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