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Seinfeld
Obwohl ich ja nicht so auf
Fernseh-Serientäter stehe, wurde ich vor ein paar Jahren doch infiziert:
Seinfeld. Jerry Seinfeld. Lief und läuft in hiesigen Landen synchronisiert
und bei früheren Sendeterminen durch kryptische Schnitten verhunzt oder in
falscher Reihenfolge.
Hier soll's jetzt nur was über die
Fachliteratur zum Thema geben, da man beim Pendeln zwischen Fernsehschirm und Computermonitor ruhig mal
bei einem Buch hängenbleiben sollte. Oder eben auch bei dreien:
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Jerry Seinfeld: SeinLanguage
New York.1993; bei Bantam Books als Hardcover im September 1993 und als Taschenbuchausgabe
vom Januar 1995. Mit Fotos von Annie Leibowitz. Mindestens 180 Seiten. 6,50 US$
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Greg Gattuso: The Seinfeld Universe
The Entire Domain, New and Updated. 1996; bei Citadel Press Book. Mehr als 198 Seiten für
12 US$
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SeinOFF – The Final Days of Seinfeld
Von Jerry Seinfeld, Julia Louis-Dreyfus, Michael Richards and Jason
Alexander. Fotos von
David Hume Kennerly. New York 1998; bei HarperCollins, ungefähr 176 Seiten und für 20
US$
SeinLanguage
Das Buch enthält die kurzen Statements der Seinfeldschen Bühnenauftritte (das sind die Dinger,
die Pro7 uns in den Nachmittagsfolgen lange Zeit vorenthalten hatte:; Episoden und
Beobachtungen des amerikanischen Alltags resp. Irrsinns. Auch wenn man als gemeine
Mitteleuropäerin an manchen Begriffen und Symptombeschreibungen scheitert
(Klein-Langenscheidt hilft da manchmal auch nicht weiter), so ist es doch eine
reichhaltige Sammlung von auch universalen Absurditäten, die man immer schon geahnt hat,
aber nie zu formulieren wagte. Ich geb jetzt hier keine wieder.
Wie der Meister in der Einleitung schreibt, hat er seinen Teil getan und das Buch mit
lustigen Einfällen gefüllt, jetzt müsse man selbst den eigenen Auftritt inszenieren,
also Timing, Betonung und Haltung beachten: "And if you find at some point that
youre not laughing, keep smiling, wipe your brow, and try to get them on the next
bit." Jetzt frönt er ja nicht unbedingt dem Bruhaha-Schenkelklatsch-Humor, weshalb
sich manche Stelle erst nach der zweiten oder dritten "Performance" erschließt.
Mit dem Auftritt in der Originalfassung vor Augen bzw. im Ohr geht es etwas besser, mit der
synchronisierten Fassung merkt man dann, was die Großsynchronisatoren uns angetan haben.
Das Buch ist wie die Sendungen: Am Anfang fragt man sich noch, was das alles soll, aber
nach der Eingewöhnungsphase ist es unverzichtbar.
Noch etwas zu den Fotos: Die
Seinfeld-Portraits illustrieren einzelne Kapitel und kommen zumindest in der
Paperback-Ausgabe nicht so prickelnd rüber, was größtenteils an diesem hellgrauen
Klopapier liegt, auf dem das Buch gedruckt ist. Wenn man sich erstmal mit dem Inhalt
beschäftigt, ist das aber auch verdrängbar.
Gehört zum Basis-Set des häuslichen Seinfeld-Altars.

The Seinfeld
Universe
Wie das halt so ist im Universum: Alles drin. Denk ich mal. Ganz durch hab
ich’s bisher nämlich nicht. Aber selbst beim Durchblättern blieb ich
da und dort hängen und - flup - hat man drei Seiten durch. Gattuso
berichtet über Geschichte und Entwicklung der Show, liefert Hintergründe
zu den vier Hauptdarstellern (wobei auch auch
"Hello" Newman und The Real Kramer besondere Berücksichtigung erfahren), die wichtigsten Pilgerstätten
für den nächsten New York-Besuch werden genannt und noch einiges mehr an
wirklich wichtigen Nichtigkeiten in eingestreuten Textkästchen nebst
einigen Schwarzweißfotos aus dem wahren Leben. Auch durch dieses Buch
wird mir allmählich klar, was wir in Deutschland noch alles NICHT gesehen
haben und warum die Amis so ein Gewese um diese Show machen.
Auf
dem Cover steht übrigens "This book has not been authorized by any entity involved
in creating Seinfeld." Muss man das in Amiland jetzt extra draufschreiben, so in der
Art wie bei Zigarettenschachteln den Krebsverursacher-Hinweis? Haftet jetzt niemand mehr
für die Nebenwirkungen? Im Zweifel einfach ausprobieren: Lesen, auswendig lernen und
souverän sein Wissen in die Umwelt streuen.

SeinOFF
Wir kommen jetzt zum sentimentalen Teil. "The Final Days of Seinfeld" bietet
großartige Fotos aus der weiten Welt, wie sie sich hinter den Kulissen auftut. Garniert
wird das ganze mit Zitaten von Jerry, Julia, Michael, Jason und Larry David.
Tja, und
... schnief... sie berichten darüber ... schneuz ... wie halt alles so war... snief ...
die Familie sozusagen und das Arbeiten und wie sie sich gegenseitig zum Lachen brachten
... glucks ... und dann die letzte Folge... und... und zu wissen, das wars jetzt ...
und doch irgendwie froh darüber zu sein ...seufz ... mehr so die existentielle
Erfahrung... was soll ich sagen? Ich kenne diese Serie nicht schon seit neun Jahren, ich
hatte nicht die Zeit, die ganz Amiland hatte, mich mit diesen Leuten vertraut zu machen...
und trotzdem, ich mein, ... ich soll jetzt Abschied nehmen, jetzt schon? Buääääh, das
ist hart, meine ganze emotionale Reihenfolge ist durcheinander....ich glaub, ich schieb
jetzt gleich ne Cassette in den Recorder. Hach, ist das schön!
Dieses Buch darf in keiner Devotionaliensammlung fehlen.

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